Schlittenhunde Ernährung

Ernährung unserer Huskies



Die Ernährung unserer Huskies ist ein ganz spezielles Thema.
Jeder Musher hat da seine eigenen Rezepte und Erfahrungen.

Ich möchte auch ausdrücklich betonen, dass nachfolgende Erläuterungen meine eigenen Erfahrungen sind und in jetzt knapp 20 Jahren erworben wurden.

Mal abgesehen von dem morgendlichen Streuen des Futters (bei Haltung beschrieben), da bekommt jeder Hund nur ein paar Krümel ab, bekommt jeder sein Futter anhand seines Gewichtes abgemessen.
(In der Trainings freien Zeit, während des Trainings muss man zusätzlich die Erbrachte Leistung des Hundes berücksichtigen)
d.h. es gibt Tabellen wonach unterschieden wird zwischen Körpergewicht und Stoffwechselmasse.
Ein 20 Kilo schwerer Hund hat ca. 10 Kg Stoffwechselmasse, würde man ihn mit Dosenfutter füttern, würde er ca. 1000gr. benötigen.
Ich habe weiter unten eine Tabelle von der Stiftung Warentest eingefügt.
Im Durchschnitt liegt die Menge an Trockenfutter
je nach Stoffwechselmasse bei 170 gr. für Hündinnen, Rüden bekommen etwas mehr. (ca. 200gr. wg. dem höheren Gewicht)
Sie bekommen ausschließlich Trockenfutter und kein rohes Fleisch. Fleisch an sich ist hoch Verdaulich und hat eine lange Verweilzeit im Magen Darmtrakt. Es dauert also relativ lange bis der Hund die daraus gewonnene Energie umsetzen kann. Trockenfutter sollte auch trocken gefüttert werden, man muss aber ausreichend Wasser zur Verfügung stellen. Bei Huskies ist die ausreichende Wasseraufnahme ein Problem, daher wird das Trockenfutter in die Futterschüssel gegeben und mit ca. 1 Liter Wasser aufgefüllt. Es wird dann sofort verfüttert und nicht erst eingeweicht. Aufgeweichtes Futter wird vom Hund zu schnell Verdaut und der Hund hat nicht die Zeit die Inhaltsstoffe aus dem Futter zuziehen. Man muss das so verstehen wie bei uns Menschen, wenn wir etwas trinken ist das auch wesentlich schneller durch die Organe (Magen, Niere und Leber) als wenn wir Feste Nahrung zu uns nehmen. Genauso ist das bei Hunden auch, weichen wir also das Futter auf, wird es zu schnell wieder ausgeschieden und die meisten Inhaltsstoffe gehen verloren.
Mit Hunden die gerade gefressen haben kann man nicht arbeiten, weil die Gefahr von Magendrehungen zu groß ist und außerdem wird der Hund nach dem fressen träge und müde. Daher gehen wir hin und füttern nur einmal am Tag und das nach dem Training, wenn der Hund nicht mehr schwitzt. Beim Arbeiten verliert der Hund die meisten Vitamine und Proteine. Bei Hunden die nach der Fütterung bewegt werden, dauert die Verdauung länger. Er braucht ja die Energie für die Bewegung anstatt für die Verdauung. Im Winter werden unsere Hunde morgens gewässert, d.h. sie werden nicht nass gemacht-:))), sondern sie bekommen ein so genanntes Hundesüppchen. Das besteht aus einer geringen Menge Hundefutter und einer großen Menge Wasser. Diese geringe Menge Hundefutter sollte aufgeweicht werden, im Gegensatz zur normalen Fütterung, weil der Hund ja anschließend arbeiten muss. Sie dient ausschließlich der ausreichenden Wasseraufnahme und dem Auffüllen von Vitaminen die der Hund die Nacht über verloren hat. Bitte nicht Verwechseln mit unseren normalen Haushunden, bei denen sollte wie schon erwähnt trocken gefüttert werden. Außerdem muss man hier anmerken, dass jeder Hund ein Individuum ist und Futter anders verwertet. Man muss sich also mit der Futtermenge heran tasten.
Bei unseren Schlittenhunden wird im Winter zusätzlich Fett mit in das Futter gegeben. Es spielt keine Rolle ob Geflügelfett oder Pflanzliches Fett. Beim Pflanzlichem Fett dauert es nur länger bis der Hund darauf reagiert.
Wie schon gesagt, dass sind meine Erfahrungen mit reinrassigen Siberian Huskies.
Mixbreeds und Hounds brauchen eine andere Futterzusammenstellung.
Fett ist ein reiner Energieträger und unsere Hunde brauchen eine Menge Energie zur Erhaltung ihrer eigenen Körpertemperatur und zur Leistung vor dem Schlitten.
Wenn Ihr Fragen zur Ernährung von Hunden habt, dann geht über den Button Kontakt oder klickt einfach hier.

Auch wenn andere Futtermittelvertreter anderer Meinung sind.



Noch zwei Gründe den Hunden ein Premium Trockenfutter zu geben:

1.) Wenn ich also Dosenfutter füttern würde, würde ich bei z.Zt. 14 Hunden ca. 15 Kg/Tag brauchen.
Das wären im Monat ca. 450 Kg.

Ich füttere meinen Hunden also ein sehr gutes Superpremium Trockenfutter!

Im Jahresdurchschnitt liegt der Bedarf bei ca. 2,5 Kg/Tag. pro Monat also 75 Kg. Man sieht also schon den Unterschied allein bei der Beschaffung und des Transportes des Hundefutters. Rechnet man sich die Kosten aus, wird der Unterschied noch deutlicher. Kostet 1 Kg Dosenfutter ca. 1,5 € dann braucht man im Monat ca. 675 €, bei 75 Kg Trockenfutter liegen die Kosten bei ca. 260 € (Premiumfutter).
Ersparnis gleich 415 €.

2.) Der Verdauungstrakt wird weniger belastet, relativ kleine Fütterungsmenge, lange Verweilzeit im Magen- Darmtrakt, der Hund kann viele Nährstoffe aus dem Futter ziehen. Die Kotmenge ist relativ wenig. Bei Dosenfutter ist die Verweilzeit im Magen- Darmtrakt relativ kurz, weil viel Wasser enthalten ist, der Hund kann weniger Nährstoffe aus dem Futter ziehen und die Kotmenge ist relativ groß.


 

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Ernährung 2



ERNÄHRUNG DER SCHLITTENHUNDE
Jeder Musher bemüht sich sicherlich, seine Hunde nach bestem Wissen und Gewissen zu füttern.
Für die ,,alten Hasen" der Gilde birgt die Materie nur noch wenige Geheimnisse. Sie haben über
Jahre hinweg Rationen ,,ausgetüftelt" und mit den damit erzielten Rennergebnissen haben sie
auch ihre Bestätigung erhalten. Sie geben auch Teile ihres Know-how als ,,Service" an jene wieder
, die von ihnen Welpen kaufen.......
Eine allein auf theoretisches Wissen aufgebaute Fütterung muß nicht unbedingt die erfolgreichste Ernährung sein. Auch auf diesem Gebiet kann es seine Gültigkeit haben, daß die praktischen
Erfahrungen in Widerspruch zur Theorie stehen können.





WISSENSWERTES ÜBER DIE ERNÄHRUNG DER SCHLITTENHUNDE

Zum Thema Leistungsphysiologie der Schlittenhunde
Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer sind die wesentlichen Leistungsmerkmale des Schlittenhundes,
die der Zweckfreundschaft zwischen Musher und Schlittenhund zugrunde liegen. Zur optimalen Entfaltung dieser Leistungen sollten dem Musher. der ja auch Trainer seines Gespannes ist, Kenntnisse über die Physiologie der Hunde bekannt sein, um funktionelle Beeinträchtigungen
bei den Hunden verhindern zu können.
Während sich die Physiologie im allgemeinen mit den Funktionsweisen der einzelnen Organe unter
,,normalen" Bedingungen befasst, beschäftigt sich die Leistungsphysiologie oder Sportphysiologie
speziell mit den Lebensfunktionen unter den Bedingungen der intensiven körperlichen Leistung,
im Falle der Schlittenhunde, also, unter den Bedingungen des sportlichen Einsatzes bei Rennen
und Training.
Die sportliche Belastung durch Lauf- und Zugarbeit bewirkt im Schlittenhunde Organismus kurz-
oder längerfristige Änderungen der verschiedenen Körperfunktionen, bis hin zur Änderung des
biochemischen Gleichgewichtes im inneren Milieu. Diese Änderungen müssen als eine sinnvolle
Reaktion des Organismus auf die jeweilige Belastung angesehen werden. Zur optimalen Entfaltung
der Leistungsfähigkeit müssen vor allem die Atmungsorgane, aber auch Herz, Kreislauf und
Muskelstoffwechsel sehr funktionstüchtig sein. Die Atmungsorgane stehen an erster Stelle, weil die Ausdauer Leistungsfähigkeit letztendlich davon abhängt, wie viel Sauerstoff über die Atmung aufgenommen und zu den arbeitenden Muskeln befördert werden kann.
Um eine länger anhaltende Lauf- und Zugleistung ohne nennenswerte Ermüdung durchführen zu können, muß vom Schlittenhund ausreichend Sauerstoff aufgenommen und zu den arbeitenden Muskeln befördert werden. An dieser Sauerstoffaufnahme und dem Transport sind beteiligt:
- die Lungenatmung,
- der Gaswechsel in den Lungenbläschen,
- die Sauerstofftransportkapazität des Blutes,
- der Übergang des Sauerstoffes aus dem Blut in die Muskeln,
- die Sauerstoffausnutzung im Muskel.
Die Frage, welche Funktion des Körpers Leistungsbegrenzend bei Rennen für die Schlittenhunde
ist, ist bisher noch nicht eindeutig beantwortet. Nach bisherigem Wissensstand scheinen es
- weder die Sauerstoffaufnahme durch die Lunge,
- noch die Pumpleistung des Herzens oder die Sauerstofftransportkapazität des Blutes
Typ II B oder FT < fast twitch> die sich schnell kontrahieren und auch schnell er-müden,
Typ II A oder FTH < fast twitch, high oxidative) die den Übergangstyp darstellen
überträgt man die bisherigen Erkenntnisse, die am Menschen, an Pferden und verschiedenen
anderen Hunderassen gewonnen wurden auf die Schlittenhunde, so darf angenommen werden,
daß bei den Siberian Huskies die über viele Generationen auf Ausdauer gezüchtet und ausgelesen
wurden, die Fasertypen II A und vor allem 1 vorherrschen. Durch Einkreuzung anderer Hunderas-
sen dürfte dann beim Alaskan Husky eine Verschiebung hin zum Typ II B erzielt worden sein. Jeden-
fa]ls bestätigen bisherige Untersuchungen, daß es Relationen gibt zwischen der Fasertypen-Zusam-
mensetzung der Muskeln und der sportlichen Leistungsfähigkeit bei Hunden. Für die Kontraktion
benötigen die Muskelfasern Energie, wobei chemische Energie in Bewegungsenergie umgewandelt
wird. Dazu bedient sich die Muskelzelle der Hunde folgender Energiequellen:
In einer 1. Phase, gleich zu Arbeitsbeginn, wird Adenosintriphosphat (ATP) kurzfristig aus dem im
Muskel gespeicherten Phosphat gebildet und als Energiequelle verbraucht. Diese Energiegewinnung findet ohne Sauerstoffbeteiligung statt, d. h. anaerob und dauert nur sehr kurze Zeit.
In einer 2. Phase wird AJP aus dem in der Muskelzelle eingelagerten tierischen Stärke (Glykogen)
und freien Fettsäuren in Anwesenheit von Sauerstoff, d. h. aerob, gebildet.
Da Glykogen beim Hund nur in geringen Mengen in den Zellen eingelagert ist, wird in einer 3. Phase
auf die im Blut vorhandenen freien Fettsäuren zurückgegriffen.
Bei länger dauernder Lauf- und Zugleistung wird in einer 4. Phase auf die in der Leber und danach
auf die aus dem Körperfett freigesetzten Fettsäuren zurückgegriffen, soweit zwischenzeitlich kein
Nachschub aus dem Verdauungstrakt erfolgte. Die Energiegewinnung in der 3. und 4. Phase findet
immer in Anwesenheit von Sauerstoff, also aerob, statt. Bei extremen Dauerbelastungen, wenn es
zu einer Sauerstoffschuld kommen kann, erfolgt in einer 5. Phase die Energiegewinnung durch an-
aeroben Abbau der Glukose bis zur Milchsäure. Im Gegensatz zum Menschen, aber auch
zum Pferd, spielt diese Energiegewinnung bei Schlittenhunden eine untergeordnete Rolle.
Bei der Energiegewinnung innerhalb der Muskelzelle spielt der Mineralstoff Kalium eine bedeutende Rolle. Aus diesem Sachverhalt können für die Fütterung der Schlittenhunde folgende Schlussfolgerungen gezogen werden:
1. die Energieversorgung sollte vornehmlich direkt aus Fetten erfolgen;
2. eine ausreichend hohe Kalium-Versorgung ist absolut notwendig.
Die Fähigkeit der Schlittenhunde, die Energie, auch bei extremen Bedarf, vornehmlich aerob aus
freien Fettsäuren zu gewinnen, erklärt unter anderem ihre Leistungsfähigkeit und Ausdauer.
Die Ermüdung der Muskeln haben bei den Schlittenhunden folgende Ursachen:
- relativer Mangel an Energiereichen Verbindungen,
- unzureichende Versorgung mit von an der Energiegewinnung beteiligter Stoffe, wie
z.B. Kalium,
- unzureichende Sauerstoffversorgung,
- Milchsäureansamimlung im Muskel und Blut,
- Anreicherung von anderen Stoffwechselao-bauprodukten.
Neben diesen Ursachen, die zur peripheren Ernährung führen, verfügt der Hund auch noch
über eine zentrale Ermüdung, die der peripheren vorgelagert ist . Die zentrale Ermüdung
stellt einen wirksamen Schutzmechanismus dar und beruht auf der Herabsetzung der Reaktionsbereitschaft des zentralen Nervensystemes, bevor es zu einer Ermüdungsbedingten Unterbrechung der Nervenimpulse in der Muskelfaser kommt. Wie früh dieser Schutzmechanismus einsetzt, unterliegt individuellen Schwankungen und ist einer der Gründe warum es Unterschiede in Bezug auf Leistungsbereitschaft und ,,Härte" zwischen den Schlittenhunden gibt. Beim guten
Schlittenhund setzt dieser Schutzmechanismus spät ein, so daß dieser bis zur physischen Erschöpfung, sprich totaler Muskelermüdung, kommen kann.

Auszüge aus der Schriftreihe "Rationsgestaltung für sportlich eingesetzte Schlittenhunde"


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Tabelle Stoffwechselmasse Diese Tabelle ist von der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2000



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