Haltung unserer Huskies

Da wir mit unseren Huskies mitten in einer Wohnsiedlung leben, versuche ich sie natürlich so ruhig wie möglich zu halten. Nach der abendlichen Fütterung kommen sie zu zweit in ausreichend große Zwinger. Nach dem neuen Tierschutzgesetz müssen die Zwinger so groß sein, dass sich die Hunde darin ausreichend genug bewegen können. Bemessen wird das nach der Widerristhöhe. Die Hundehütten dürfen nur so groß sein, dass der Hund es schafft, mit seiner eigenen Körperwärme diese zu erwärmen. Manche lehnen diese Art der Haltung vielleicht ab. Ich bevorzuge die Rudelhaltung und achte auf die Verträglichkeit meiner Hunde, doch abends schicke ich sie in ihre Zwinger. Ich sehe das so als ob ich meine Kinder abends auf ihre Zimmer schicke. Vorteil: Nachtruhe, die Hunde laufen nicht unkontrolliert
durch die Anlage und dadurch fast keine Gefahr der Magendrehung.
Ich brauche mich des Abends nur an eine Zwingertür zustellen und die dazu gehörigen Hunde kommen angelaufen. Selbst wenn die Türe offen steht bleiben sie nachdem Füttern in ihrem Zwinger. Hunde sind halt auch Gewohnheitstiere.
Morgens gegen acht Uhr kommen sie dann in den Freilauf. Da zwei Hunde Steine fressen, überlegte ich mir wie ich ihnen dieses abgewöhnen könnte. Ich probierte es morgens mit einer Schüssel Futter. Ich lass sie also morgens in den Auslauf und verstreue das Futter über den Boden. Sieht zwar ganz lustig aus wenn die Hunde mit ihren Schnauzen wie die Staubsauger über den Boden wuseln, aber ich hatte Erfolg mit dieser Methode. Die Steinfresser laufen nun gezielt hinter dem Futter her und lassen die Steinchen liegen. Selbst wenn kein Futter mehr auf dem Boden ist bleiben die Steinchen liegen.
Im Spätherbst fangen wir an die Hunde im Training kontinuierlich aufzubauen. Am Anfang sind die Strecken, die wir zurück legen, nicht so lang. Erst müssen sie sich wieder an das ganze Geschehen gewöhnen. Das heißt, sie müssen ins Auto geladen werden, die Fahrt zum Trainingsgebiet, das Ausladen und an die Kette legen. Siberian Huskies sind keine Freiläufer, es gibt natürlich Ausnahmen, aber die sind eher selten, und müssen an die Kette bevor man sie einspannt. Bevor man sie einspannt bekommen sie noch ein Renngeschirr angelegt. Diese Renngeschirre verteilen die zuziehende Last gleichmäßig über den gesamten Rücken.
Wenn man den Trainingswagen, im Schnee den Schlitten, verankert hat und die Zugleine ausgelegt hat, dann kann man anfangen die Hunde einzuspannen. Wenn alle eingespannt sind geht es los, in der Hoffnung das alles gut geht! Da unsere Hunde auch nur Tiere sind, sind sie natürlich nicht 100 % berechenbar. Da kann es schon mal passieren, dass sie versuchen hinter einem Kaninchen herzulaufen. Die Hunde, auf die man sich verlassen können sollte, sind die Leithunde. Wenn die nicht den Kommandos folgen, hat man schlechte Karten.
Die anfängliche Strecke beträgt 10 - bis 15 KM und wird dann nach und nach ausgedehnt. Ich trainiere in einem Rhythmus, zwei Tage trainieren - einen Tag Pause, drei Tage trainieren - zwei Tage Pause und dann wieder von vorn, zwei Tage trainieren - einen Tag Pause etc.
Nach dem Trainieren lege ich sie erstmal wieder an die Kette, dort bekommen sie etwas zu saufen und können sich ausruhen. Dann werden sie wieder in das Auto geladen und wir fahren zur Zwingeranlage. Nach ca. einer Stunde, wenn die Hunde nicht mehr schwitzen, bekommen sie ihr Hundefutter. Warum erfahrt Ihr auf der Seite "Ernährung".
Dieses Training ist Vorbereitung für die Fahrt nach Schwedisch Lappland, dort werden die Hunde dann Strecken bis zu 60 - 70 KM pro Trainingseinheit absolvieren.
Im Frühjahr werden sie dann wieder, wie Hochleistungssportler, abtrainiert. Da ich es schon einmal erlebt habe, dass ein Hund, wenn es zu warm ist, kollabiert ist, trainiere ich nur bis zu einer Temperatur von 15 Grad plus. Da die Hunde in Schwedisch Lappland ein sehr dichtes Fell und eine noch dichtere Unterwolle bekommen haben, ist alles über 15 Grad plus zu warm zum arbeiten. Im Sommer liegen sie meistens nur irgendwo faul rum und lassen sich des öfteren die Sonne auf den Pelz brennen. Ja ihr lest richtig, sie lassen sich die Sonne auf den Pelz brennen. Bis zum Sommer haben sie soviel Fell, genauer die Unterwolle, verloren das sie es lieben sich in die Sonne legen zu können. Natürlich müssen sie auch die Möglichkeit haben sich in den Schatten legen zu können. Ich bekomme immer wieder die Frage gestellt, ob es diesen Hunden in unseren Breiten nicht zu warm wäre. Definitiv nein, selbst in ihrem Ursprungsland, Sibirien, gibt es sehr warme Sommer.
Die meiste Arbeit bezüglich der Hunde, liegt im Sommer bei der Fellpflege und den Reparaturen an der Zwinger- und Freilaufanlage.


 

Nordlicht In Scandinavien keine Seltenheit

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Die neue Zwingeranlage im Bild rechts der Freilauf



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