Fahrt nach Lappland
Lappland 2004
Lappland 2007
Lappland 2008
Lappland 2009
Lappland 2010
Lappland 2004

Gafsele

Wir haben wieder in Gafsele Urlaub gemacht. Diesmal für alle, auch für die Hunde, Erholung pur. Aufgrund des Alters meiner Hunde haben wir bei diesem Trip bewusst darauf verzicht lange Touren zufahren. Wir haben es uns stattdessen lieber gemütlich gemacht. Drei bis viermal in der Woche sind wir mit den Hunden auf den Sprintstrecken des ortsansässigen Schlittenhundesportvereins gefahren. Die Länge der Sprintstrecken variieren zwischen 9,5 bis 24 KM.
Nachdem Training kamen die Hunde in den Auslauf.
Das war für sie neu, all die Jahre die wir nun nach Lappland fahren, waren sie entweder an dem Stake Out, im Pick Up oder vor dem Schlitten. Jetzt hatte man einen Auslauf für die Hunde gebaut. Das fanden nicht nur die Hunde gut, es war auch für uns schön das die Hunde sich auch einmal etwas freier bewegen konnten. Die Sozialen Kontakte zwischen den Hunden wurden ständig erneuert und auch die Rangfolge wurde gefestigt.


 

Hunde im Auslauf 



Screamy vs. Shona 



Rückfahrt 2004



Am 28 Februar sind wir schweren Herzens gegen 12 Uhr Mittags aus Gafsele abgereist. Da wir die ganze Zeit ein Superwetter hatten, waren die Straßen frei von Schnee. Bis zur Norwegischen Grenze hatten wir zwar noch vereiste Fahrbahnen, doch diese Eisschicht war vom Befahren mit den Spikesreifen aufgeraut und stumpf. So konnte man etwas zügiger fahren.

Wir sind am ersten März bei meiner Schwester in Årnes angekommen und sind dort bis zum Mittag des 3.März geblieben. Am Abend mußten wir in Göteborg auf der Fähre Richtung Frederikshavn sein. Die Fähre kam dort um 22.30 Uhr an. Bei der Einreise nach Dänemark braucht man dann keine Zollformalitäten zu erledigen. Wir sind dann die Nacht durchgefahren und erreichten gegen morgen des 4. März wieder Deutschen Boden.

Da war es wieder, dass Gefühl wieder umzudrehen und nach Lappland zu fahren. Es ist fast wie eine Sucht, wenn man es einmal geschafft hat mit seinen Hunden nach Lappland zufahren wird man wieder dorthin fahren. Die Ruhe die man dort hat und die unbegrenzten Möglichkeiten zum Trainieren der Hunde machen Lappland für uns unvergesslich. Auf der Rückfahrt denkt man darüber nach, was uns manchmal für ein Ärger mit Förstern oder Jagdpächtern in Deutschland erwartet. Obwohl unsere Hunde doch an zwei Stellen angeleint sind, sind sie der Meinung unsere Hunde würden jagen oder hetzen. Der Streß und die Hektik auf Deutschen Autobahnen, ein Auto jagt das andere, viele drängeln und kommen doch nicht früher an. Am Abend, nachdem Hunde versorgen, hatte uns die Deutsche Mentalität wieder. Ein Anruf nachdem anderen, es wurden wieder Termine und Verabredungen gemacht. Der Alltagsstreß hatte uns eingeholt.

Wir würden sofort wieder nach Lappland fahren.



 

Wir sind jetzt in einem ganz kleinem Dorf mit dem Namen Gafsele. Gafsele hat in etwa 300 Einwohner auf einer Fläche von 10 Quadratkilometern und liegt ca. 30 KM nördlich von Åsele und ca. 350 KM von Östersund, der größten Stadt vor Süd Lappland. Gafsele hat sich in den letzten Jahren zu einem Eldorado für Schlittenhunde entwickelt. Es stört niemanden wenn die Hunde mal laut sind oder wie Wölfe heulen. Dort sagen sich wirklich Fuchs und Wolf gute Nacht.

Wölfe sieht man selten in dieser Gegend von Lappland, Moschusochsen hier und da, Elche und Rentiere aber sehr oft. Man sieht auch Spuren von einem Luchs und es sind 3 Adlerhorste in den angrenzenden dünn bewaldeten Bergen. Die Schneehöhe liegt im Februar zwischen 80 bis 120 cm. Die Temperaturen waren in diesem Jahr erträglich und lagen bei minus 5 bis minus 20 Grad. An manchen Tagen ging es sogar in den Plusbereich und wir lagen an den Ruhetagen mit den Hunden in der Sonne und ruhten uns aus. Zwei Nächte hatten wir minus 35 Grad. Das waren die normalen Temperaturen für diese Jahreszeit. Vor drei Jahren hatten wir dort im Februar über einen Zeitraum von 10 Tagen minus 46 Grad.

Am ersten Tag unseres Aufenthaltes haben wir uns und den Hunden erst mal Ruhe gegönnt, damit sich alle an das Klima gewöhnen und von der Fahrt erholen können. Ab dem zweiten Tag wurden die Hunde trainiert, d.h. zwei Tage trainieren einen Tag Pause, drei Tage trainieren einen Tag Pause. Die Strecken die wir mit den Hunden gefahren sind, wurden immer weiter ausgedehnt und lagen bei 26 KM. Aufgrund des Alters meiner Hunde haben wir es auch bei dieser Streckenlänge belassen. Sie sind halt nicht mehr die jüngsten und waren es nicht gewohnt Permanent mit zwei Personen auf dem Schlitten zulaufen. An den Ruhetagen sind wir dann nach Åsele gefahren um einzukaufen oder haben einfach einen Faulen gemacht.

In der letzten Woche unseres dortigen Aufenthaltes hatten sogar die Hunde auf deutsch gesagt die Schnauze voll, sie wollten manchmal gar nicht aus dem Auto. Es gibt so gut wie keinen Stress und wenn nur positiven. Die Nachbarschaft besteht fast ausschließlich nur aus Menschen die Schlittenhunde haben und man geht sich gegenseitig besuchen ohne einen Termin auszumachen. Entweder man hat Zeit oder nicht und wenn man keine Zeit hat ist auch niemand bös. Das ist dort halt so.

Wir waren 28 Tage in Lappland, vom 1. bis zum 28 Februar, hatten wir ein super Wetter in diesem Jahr. Es war drei Tage etwas bedeckt und danach hatten wir Sonnenschein pur. Nicht eine Schneeflocke ist in diesen 28 Tagen gefallen. Da dieser Aufenthalt in Lappland so ohne Stress, ohne Hektik und mit einem Superwetter bedacht war, fiel uns der Abschied natürlich schwer. Am 28 Februar war es dann soweit, die Rückfahrt stand an.


Am 28 Februar, obwohl ja in diesem Jahr der Februar 29 Tage hatte, sind wir 14,30 Uhr Nachmittags aus Gafsele abgereist. Da in der Zeit unseres Aufenthaltes nicht sehr viel Neuschnee fiel, waren die Straßen frei. Bis zur Norwegischen Grenze hatten wir zwar noch vereiste Fahrbahnen, doch diese Eisschicht war vom Befahren mit den Spikesreifen aufgerauht und stumpf. Man konnte relative zügig fahren.

Wir sind am 29 Februar bei meiner Schwester in Årnes angekommen und sind dort bis zum Mittag des 3.März geblieben. Um Mitternacht mußten wir in Göteborg auf der Fähre Richtung Frederikshavn sein. Die Fähre kam dort um 03.30 Uhr an. Bei der Einreise nach Dänemark braucht man dann keine Zollformalitäten zu erledigen. Da wir auf der Fähre im Pick Up geblieben sind, ist normaler Weise verboten, haben wir auch etwas schlafen können. Wir sind dann die Nacht durchgefahren und erreichten am 4 März um 07 Uhr morgens wieder Deutschen Boden.
Und es war wieder das selbe Gefühl wie in den Jahren vorher.
Da war es wieder, dass Gefühl wieder umzudrehen und nach Lappland zu fahren. Es ist fast wie eine Sucht, wenn man es einmal geschafft hat mit seinen Hunden nach Lappland zufahren wird man wieder dorthin fahren. Die Ruhe die man dort hat und die unbegrenzten Möglichkeiten zum Trainieren der Hunde machen Lappland für uns unvergeßlich. Auf der Rückfahrt denkt man darüber nach, was uns manchmal für ein Ärger mit Förstern oder Jagdpächtern in Deutschland erwartet. Obwohl unsere Hunde doch an zwei Stellen angeleint sind, sind sie der Meinung unsere Hunde würden jagen oder hetzen. Der Streß und die Hektik auf Deutschen Autobahnen, ein Auto jagt das andere, viele drängeln und kommen doch nicht früher an. Am Abend, nachdem Hunde versorgen, hatte uns die Deutsche Mentalität wieder. Ein Anruf nachdem anderen, es wurden wieder Termine und Verabredungen gemacht. Der Alltagsstreß hatte uns eingeholt.

Wir würden sofort wieder nach Lappland fahren und das Gefühl irgendwann ganz überzusiedeln wird immer stärker.
Sicherlich gibt es auch dort Vorschriften und Regeln an die man sich halten muß, aber die alltäglich Hatz findet dort nicht statt. Selbst im Supermarkt wenn eine Schlange von mehreren Menschen vor einem steht, hat die Kassierin noch Zeit für ein Schwätzchen oder in den Laden zugehen und sich nach dem Preis zu erkundigen und keiner regt sich auf.







Schneebedeckte Bäume sehen einfach klasse aus.



Vorbei - Keinen Schnee mehr unter den Füßen 



Lappland 2004

Ja, auch Februar 2004 waren wir wieder in Lappland.
Aber fangen wir von vorne an.

Vorbereitungen:

Ich habe kurz bevor wir nach Lappland aufgebrochen sind bei der DCNH Züchterin Andrea Meissner zwei Welpen gekauft. Zwei Weibchen, der Start in eine neue Generation.
Ich holte sie am Sonntag den 25.01.04 in Thüringen ab. Ich hatte schon ein komisches Gefühl weil ich es nicht mehr schaffen würde die notwendigen Einreiseformalitäten zu erledigen.
Sie sind ja geimpft, doch zu jung für den Bluttest. Als wir am 27. Januar los fuhren dachte ich bei mir: Na Ja, wird schon gut gehen. Mehr als nach Hause schicken können sie einen nicht an der Grenze.
Aber bevor wir los fuhren hatte ich noch alle Hände voll zutun. Der Anhänger, den ich kurz vorher gekauft hatte, musste Umgebaut werden. Die Hundebox musste darauf und rund herum habe ich Stauraum für die ganzen Utensilien gebaut. In der Umbauzeit hat es fast ständig geregnet, Sodas ich den Stauraum nicht richtig mit Silikon abdichten konnte. Mit dem Umbau bin ich in der Woche bevor wir losfahren wollten fertig geworden oder besser gesagt fast fertig. Es sind immer noch Restarbeiten zu erledigen, Dach abdichten usw.
Die Zeit danach nutzte ich für die ganzen Einkäufe von Lebensmitteln. Wir haben alles was wir brauchten mitgenommen. In Skandinavien sind die Einkünfte höher und die Lebenshaltungskosten sind dem angepasst, also auch höher als in Deutschland.
Die ganze Einkauferei kann man auch erst kurz vorher erledigen weil man die Lebensmittel ja nicht unendlich im Anhänger liegen lassen kann (Feuchtigkeit/Kälte) usw.
Aber in den letzten Tagen der Vorbereitung spielte das Wetter ein wenig mit. Es wurde von Tag zu Tag trockener.


Fahrt:


Wir fuhren wieder um Mitternacht am 27.Januar los, es war einfach ein klasse Wetter. Trocken, kein Wind und nicht kalt.
Wir fuhren so in den Morgen hinein und machten unterwegs mehrmals Pause und holten die Hunde aus dem Pick Up. Wir hatten Zeit, die Fähre lief erst Abends um 20.15 aus.
Die kleinen Hunde benahmen sich schon wie die großen, als ob sie nie etwas anderes gemacht hätten. Sie lagen mit am Stake Out und warteten immer geduldig bis irgend etwas passierte. Fütterung oder es gab mal zwischendurch einen Snack und natürlich immer frisches Wasser.
Die ganze Fahrt verlief ruhig und ohne Komplikationen bis zum Haus meiner Schwester die in Arnes / Norwegen leb. Arnes liegt in der Nähe von Kongsvinger( 60 Km nördlich von Oslo)
Dort versuchte ich den Anhänger rückwärts auf das Grundstück zu setzen. Ich musste sehr weit an den linken Straßenrand fahren um den 7 Meter langen Hänger rückwärts auf das Grundstück zubekommen.
Man hatte mir natürlich vergessen zu sagen, dass man den Entwässerungsgraben tiefer gezogen hatten. Durch den Schnee konnte ich das nicht sehen. So kam es wie es kommen musste, ich rutsche mit dem Pick Up in den Graben und alle dachten er würde jetzt jeden Moment umkippen.
Ich war auch am Rande eines Nervenzusammenbruchs, immerhin waren acht meiner Lieblinge im Pick Up.
Ich habe den Anhänger abgehangen und mich mit einer Schaufel bewaffnet. Nach ca. zwei Stunden Schaufelarbeit und einer Menge verlorenen Schweißes war es geschafft, der Chevy war wieder auf der Straße.
Der Anhänger stand aber immer noch quer zur Fahrbahn. Ich habe ihn wieder angehangen und einfach parallel zur Fahrbahn in das Grundstück geschoben, es waren zwar einige Gewächse im Wege aber das war mir egal. Meine Schwester schaute etwas grimmig aber richtig verärgert war sie nicht. Im Winter macht man halt nicht soviel kaputt oder es wächst im Frühjahr nach.
Nachdem wir uns alle ein wenig abgeregt haben, holte ich die Hunde aus dem Pick Up.
Dann räumten wir die Sachen, die bei meiner Schwester bleiben sollten, aus.
Jetzt konnte man sich in Ruhe ein Bierchen gönnen.

Dorotea - Lapplands Südlichster Punkt